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Lichtverschmutzung

Folgen für Fauna und Flora

Und der Mensch ?

Maßnahmen gegen Lichtverschmutzung


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"LICHTVERSCHMUTZUNG"

Vor etwas mehr als 100 Jahren sind in Europa die ersten elektrischen
Außsenbeleuchtungsanlagen in Betrieb gegangen.Inzwischen sind
abertausende Lichtquellen,die die Nacht unserer Umwelt ins "rechte Licht
rücken".Diente das Licht ursprünglich ausschließlich dem Bedürfnis des
Menschen nach Sicherheit,Schutz und Orientierung,so ist es längst zu
einem verschwenderisch eingesetzten Symbol für unsere Luxus, Konsum und
Freizeitgesellschaft geworden. "Nonstop" "Rund um die Uhr"  "24 Stunden
Aktion" - damit locken uns Urlaubsangebote und Vergnügungsparks. Gesund
ist das nicht, warnen immer wieder Wissenschaftler.
Seit Millionen von Jahren ist Licht  unser ursprünglicher Rytmusgeber,
sagt der Chronobiologe Franz Hölker- Leiter des interdisziplinären
deutschen Forschungsprojektes "Verlust der Nacht". Alle Organismen auf
der Erde inklusive uns Menschen, Planzen und Tiere, haben sich
evolutionär an eine bestimmte Nachtsituation angepasst. Es war dunkel,
es war fast stockdunkel, nur eben natürliches Licht durch den Mond und
die Sterne existierte. Doch durch die Neustrukturierung der
Nachtlandschaften in den letzten 30 - 40 Jahren haben wir eine ganz neue
Situation geschaffen. Und diese sorgt nicht nur für Desorientierung
sondern belastet auch den ursprünglichen  Biorhythmus  von Mensch und Tier.
Lichtverschmutzung bezeichnet die künstliche Aufhellung des Nachthimmels
durch ineffizient eingesetzte, künstliche Beleuchtungen. Sie ist eine
Begleiterscheinung der Industrialisierung  und tritt demnach vor allem
in dichtbesiedeltem, urbanen Gebieten moderner Industriestaaten auf. Die
aktuelle regionale Ausprägung und Konzentration der globalen
Lichtverschmutzung lässt sich gut im Weltatlas der Lichtverschmutzung
nachvollziehen, der von italienischen Forschern der Universität Padua
entwickel wurde. Nach den jüngsten Erkenntnisse der Wissenschaftler
leben bereits 99% der Menschen in Europa und in den USA, ausgenommen die
dünn besiedelten Gebiete unter einem licht verschmutztem Himmel. Die
jährlichen Zuwachsraten der Lichtverschmutzung liegen weltweit zwischen
7 und 12%. Verantwortlich dafür sind die rapid zunehmenden künstlichen
Lichtquellen, wie Straßenlaternen, Gebäudebeleuchtungen, Leuchtreklamen,
Skybeamer, Autoscheinwerfer und viele andere mehr. Allesamt richten
einen großen Teil Ihrer Energie nicht nur in Richtung Erde sondern auch
in den Himmel.
z.B. die Lichter Canadas werden zu 58% durch Wasserkraft betrieben,
währen die USA 91% Ihrer Elektrizität aus fossilen Brennstoffen und
Atomkraft beziehen.
in Island entstehen 100% der Energie aus Wasser und Erdwärme
Brasilien bezieht seine Energie zu 83% aus Wasserkraft.
99% der norwegischen Energie kommt aus Wasserkraft, dagegen entstehen in
England 96% der Energie aus fossiler Energie und aus Atomkraft.
Über 500 Millionen Menschen in Schwarzafrika leben nachts im dunklen, da
sie keinen Zugang zu Elektrizität haben. In Südasien leben über 700
Millionen (von 1,4 Milliarden) ohne elektrischen Strom.
Australien verfügt zwar über jede Menge Sonnenenergie, Erdwärme und
Gezeiten kräfte, verwendet aber immer noch über 90% fossile Brennstoffe.
98% der chinesischen Bevölkerung verfügen über Elektrizität, diese wir
jedoch zu 82% aus fossilen Brennstoffen und Atomkraft erzeugt.

FAUNA UND FLORA

Die Folgen der Lichtverschmutzung für die nachtaktive Tierwelt - unzählige
Insekten,Vögel,Amphibien,Fledermäuse und andere Säugetiere - sind schon
einigermaßen gut erforscht."Das wichtigste biologische Problem ist,
dass an Straßenlaternen und Leuchtreklamen sehr viele Insekten zugrunde
gehen",sagt der Zoologe Gerhart Eisenbeis von der Universität Mainz. Es
besteht die Gefahr,dass die Insekten dadurch langfristig in ihrer
Vielfalt stark geschädigt werden.Und dies könnte weit reichende Folgen
haben,sind Insekten doch wichtige Glieder in der Nahrungskette etwa für
Vögel und Fledermäuse.Auch Pflanzen,die Insekten zur Bestäubung
brauchen,könnten darunter leiden.
Stark betroffen sind auch Zugvögel.Zwei Drittel von ihnen wandern in der
Nacht.Für sie sagt Gerald Pfiffinger GF. von Bird Life Österreich ,ist
der nächtliche Sternenhimmel eine art Kompass. Vor allem bei schlechten
Sichtverhältnissen können starke punktuelle Lichtquellen oder
großflächig beleuchtete Areale,etwa Siedlungen,zur Desorientierung
führen. Die Vögel gehen entweder an Erschöpfung nach stundenlangen
Irrflug und Stress zugrunde oder durch die direkte Kollision mit
beleuchten Objekten.

UND DER MENSCH?

Forschungen über die Auswirkungen der Lichtverschmutzung auf die
Gesundheit der  Menschen sind noch in einer frühen Phase und lassen noch
keine wissenschaftlich eindeutig belegten Aussagen zu.Allerdings  häufen
sich die Verdachtsmomente und Hinweise in Richtung einer möglichen
Gesundheitsstörung mit zunehmendem  Datenmaterial. Das bestätigt etwa
der Astrophysiker Thomas Posch in einem STANDART-Interview:"Im
menschlichen Organismus beginnt abends und besonders ab Mitternacht die
Ausschüttung des Ruhehormons Melatonin.Sie erfolgt aber nur ungehemmt,
wenn der Mensch nicht Lichtquellen ausgesetzt ist,die deutlich
über der Vollmondhelligkeit liegen. Ähnlich wie beim Lärm können
Schlafstörungen durch Licht die Folge sein. Melatonin sei zudem
krebshemmend,erzählt Posch weiter und verweist auf die Ergebnisse
israelischer Forscher, dass Menschen die künstlichem Licht zu Ruhezeiten
ausgesetzt sind, an bestimmten Krebsarten erkranken können. Dieser
kontinuierliche Stress durch Lichtverschmutzung kann das Immunsystem
schwächen und so die Gesundheit beeinträchtigen.

MASSNAHMEN GEGEN LICHTVERSCHMUTZUNG

Es gibt heute zahlreiche Möglichkeiten, die negativen Auswirkungen einer
übermäßigen Erhellung unserer Nacht einzudämmen. Dies ist durchaus auch
ohne Komforteinbussen für den Mensch möglich und  bringt zudem eine
Reihe von positiven Nebeneffekten, etwa erhebliches Energie- und
Kostensparpotenzial. Die drei vielversprechendsten Ansätze sind:
1. Natriumdampf-Hochdrucklampen, welche vor allem im grünen und gelben
Bereich strahlen, als Altenative bei Straßenbeleuchtungen. Sie
minimieren nicht nur die täglichen Auswirkungen auf nachtaktive
Insekten, sondern sparen zudem auch 30 - 40% an Energiekosten
2. Abgeschirmte Leuchten typen, die Licht nur dorthin strahlen lassen,
wo es benötigt wird, nämlich in den unteren Halbraum.
3. Optimierte Betriebsweise von Beleuchtungsanlagen, die sich danach
orientieren, in welcher Intensität und in welchem Ausmass eine
Beleuchtung über die Nacht überhaupt sinnvoll und notwendig ist. In
einzelnen europäischen Ländern - Vorreiter sind Slowenien und Tschechien
mit eigenen Gesetzten gegen Lichtverschmutzung- so wie in mehreren
Gemeinden und Städten Österreichs wurde die Problematik der
Lichtverschmutzung schon erkannt und entsprechende Maßnahmen zur
Optimierung der Beleuchtungssituation gesetzt. Beispielgebend sind etwa
Wien mit seinem "Masterplan Licht" und Innsbruck mit dem
zukunftsweisendem Konzept für die Beleuchtung des gesamten
Stadtgebietes, das mehr Energieeffizienz, Umweltverträglichkeit und
Nachhaltigkeit verspricht. Weitere Initiativen in diese Richtung wären
durchaus wünschenswert. Ein abschließender Gedanke: In den USA erfreuen
sich sogenannte Dark-Sky-Parks wachsender Beliebtheit. Sie haben
eigentlich nichts weiter zu bieten als Dunkelheit am Boden die dann
dafür sorgt, dass man - meist gegen Eintritt - den Sternenhimmel
besonders deutlich sehen kann.
Bei uns gibt es dieses beeindruckende Naturschauspiel noch vielerorts
und gratis zu sehen. das sollten wir uns bewahren.

das Thema im Internet:
www.umweltberatung.at
www.oegaa.at
www.nightsky.at
- diesen Artikel gab es in der Zeitschrift BIO zu lesen.

 

Rudi Löschenkohl

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Meinungen zu "Es werde Licht"
Dietmar Korak am 11.09.2013 00:10:32

Danke für diesen Beitrag

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