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TIPP: Wenn Sie in einem anderen Bundesland unterwegs sind, informieren Sie sich vorher um mögliche Stammtischtermine (im Internet) und besuchen Sie diese.
Es lohnt sich auf alle Fälle andere Menschen und Tauschkreise kennen zu lernen.
ein ganz persönliches TalenteTauschKreis-Echo von Gerhard Reibling
Bald geht ein für mich sehr interessantes und lehrreiches TalenteTausch-Jahr 2007 zu Ende.
Diesen Beitrag hier benütze ich um einmal ein „großes Danke“ auszusprechen an unser TTK-Leitungsteam für den unermüdlichen ideellen Einsatz und auch an alle jene mutigen Personen der ersten Stunde, die dieses Experiment seinerzeit hier in Kärnten ins Leben gerufen haben. Ich persönlich bin froh, stolz und auch immer wieder dankbar dafür, bei so einem alternativen Wirtschaftssystem meine Ideen und Talente einbringen zu können.
NACHHALTIG, BIO, ÖKO, FAIR … »
"Wir tauschen statt zu kaufen"
Der Tauschkreis Kärnten feiert heute den zehnten Geburtstag. Mitglieder kommen über weite Strecken ohne Bares aus und schließen unbezahlbare Freundschaften.
"Geld regiert die Welt", so heißt es. Aber ein Kreis von rund 300 Personen hat sich zusammengetan und macht einen Strich durch diese kapitalistische Rechnung. "Wir tauschen anstatt zu kaufen", erklärt Christa Zwitter, Obfrau des Vereins Tauschkreis Kärnten das simple aber überzeugende Prinzip, das seit zehn Jahren funktioniert. "Der Tauschkreis hat heute allen Grund, den runden Geburtstag zu feiern", sagt Hans Peter Premur, katholischer Pfarrer von Krumpendorf und Gründungsmitglied des Vereins.
Talente. Nicht nur Waren sondern auch Arbeitsstunden werden getauscht. "Jeder Mensch hat andere Talente", erläutert Zwitter die Grundidee. Diese kann und soll jedes Mitglied dem Tauschkreis zur Verfügung stellen. Das kann sein: Haare schneiden, Marmelade einkochen, Wände streichen, Übersiedeln helfen, Lohnsteuerausgleich machen, Nachhilfe geben oder für ältere Menschen einkaufen gehen... Die Liste ist lang und einfallsreich. Im Gegenzug zur geleisteten Arbeit kann man seinerseits die Talente eines anderen in Anspruch nehmen. "Das funktioniert, ohne dass ein Euro den Besitzer wechselt", erklärt Roland Weber, der Kassier des Vereins. Anstatt Euro muss er die Talente der Mitglieder auf deren Konten verbuchen. Die idealistische Idee dahinter: Jede Stunde Arbeit ist gleich viel wert, egal ob die einer Unternehmensberaterin oder die eines Tischlers.
Ware und Wert. Beim monatlichen Stammtisch, im Internet und durch die Marktzeitung, die fünfmal im Jahr erscheint, kann man sich über Angebot und Nachfrage von Leistungen und Gütern informieren und seine eigenen Talente feilbieten. Im Lauf der vergangenen zehn Jahre sind viele Mitglieder hinzugekommen. Je mehr dabei sind, umso besser funktioniert das System. Dazugelernt haben alle: "Es gibt eine Sperre, man kann nicht weit ins Minus rutschen", erklärt Zwitter. Aber auch Bewusstseinsbildung über den wahren Wert eines Produktes oder einer Dienstleistung fand statt. So habe sich die Fähigkeit der "Wert-Schätzung" generell geschärft. Das Ergebnis lässt sich sehen: sogar Kroatien-Urlaube sind ohne Bargeld möglich. "Darüber hinaus stehen sich die Mitglieder sozial nahe, es sind Freundschaften entstanden", sagt Pfarrer Premur. Ein unbezahlbarer Wert in unserer Zeit.
BERNADETTE MAYR
Presseartikel Kleine Zeitung 09.09.2007 »