Talentetausch Kärnten
Anschließend an den Artikel in der letzten Marktzeitung möchte ich Euch in den nächsten beiden Ausgaben etwas über die Hospizbewegung und die Diakonie Kärnten erzählen. Diese beiden großen Organisationen sind die „Haupt-Inanspruchnehmer“ ehrenamtlicher Mitarbeiter.
Das Motto der Hospizbewegung lautet. „ Hilfe in schweren Stunden“. Entsprechend diesem Motto leisten wir Trauerbegleitung- Begleitung sowohl Sterbender als auch trauernder Angehöriger
Tod und Trauer sind in unserer Gesellschaft immer noch Tabuthemen, obwohl wir jeden Tag wieder daran erinnert werden - wir brauchen nur die Zeitungsberichte zu lesen.
Hält man sich vor Augen, mit wie viel Liebe ein Mensch INS Leben begleitet wird, so wird schnell der Gedanke begreiflich, dass mit genauso viel Liebe ein Mensch auch AUS dem Leben begleitet werden sollte. Niemand sollte am Ende seines Lebensweges allein und einsam sein. Und ich glaube, dass das auch niemand will. Eine Hand, die die eigene hält, hat etwas ungemein tröstliches und kann die Angst, die naturgemäß da ist, etwas lindern.
Oft sind die Angehörigen angesichts des nahenden Abschieds hilflos und mit der Begleitung des Sterbenden überfordert- sie brauchen selbst Unterstützung, um die Situation bewältigen zu können.
Wir Hospizmitarbeiter stehen beiden Parteien zur Seite- und mit unserer Hilfe wird es oft den Angehörigen erst möglich, einen geliebten Menschen bis zuletzt zu begleiten. Man darf ja nie vergessen- es ist ein Abschied für immer- und jene, die zurückbleiben, dürfen zum Schmerz nicht auch noch das Gefühl haben, versagt zu haben.
Natürlich bedarf diese Tätigkeit einer gründlichen Ausbildung. Diese wird von der Hospizbewegung in den einzelnen Bezirken immer wieder angeboten. Es scheint in der Bevölkerung ein Umdenkprozess eingesetzt zu haben- erfreulicherweise wird die Ausbildung verstärkt in Anspruch genommen.
Dennoch- die Nachfrage nach ehrenamtlichen Mitarbeitern übersteigt das Angebot immer noch bei weitem!

Helene Trattnig 545,
Regionalkreis Radenthein


Hallo!

Ich heiße Martina Kirsch und wohne in Viktring. Obwohl ich jetzt schon einige Jahre Mitglied im Kreis der Talentierten bin, kenne ich und kennen mich leider noch zu wenig Leute. Daher hab ich beschlossen mich vorzustellen und meine Talente Euch etwas näher zu bringen.

Seitdem mein Sohn in den Kindergarten geht und ich wieder halbtags arbeite, habe ich Zeit mich meinen Talenten (diverse Hausarbeiten, Handarbeiten und Maniküre) zu widmen.

Abends schaue ich gern fern. Das ist meiner Meinung nach auch der ideale Zeitpunkt um zu bügeln. Ja ich bügle gerne! Da aber bei drei Leuten nicht so viel Wäsche anfällt, wie ich gerne vom Fernseher verbringe, würde ich mich auch über ihre Wäsche freuen. Sie bringen mir ihre Wäsche (inklusive Wäschekorb und Kleiderbügel) und ich bügle, wie sie es gerne haben wollen.

Manchmal kommt es vor das ein Reißverschluss kaputt wird, dann müssen Sie ihre Hose nicht wegwerfen! Wenn sie mir einen neuen, passenden Reißverschluss mitbringen, kann ich diesen gerne für Sie einnähen. Oder Sie haben eine neue Hose gekauft, die zwar supertoll passt, aber doch etwas zu lang ist? Auch das ist kein Problem und kann gemeinsam mit Ihrer Bügelwäsche von mir erledigt werden, gerne kürze ich auch Anzug- oder Uniformhosen.

Vor 8 Jahren habe ich begonnen Fingernägel zu modellieren. Schöne und gepflegte Hände sind die Visitenkarte einer Frau. Dazu gehören auch schöne Fingernägel. Genau die kann ich Ihnen zaubern, und zwar so das fast niemand merken wird, dass es künstliche Fingernägel sind, sondern es wird sie jeder bewundern wie natürlich ihre Nägel aussehen. Oder Sie wollen Lange und auffällige Fingernägel? Auch kein Thema, denn Sie bestimmten die Länge, Form, Farbe und Design.

Damit ihre Fingernägel lange schön bleiben, kann ich Ihnen auch gerne bei kleinen Hausarbeiten, wie zum Beispiel Fenster putzen behilflich sein. Zwar mag ich Hausarbeiten eigentlich nicht so gerne, aber Fenster putzen gehört zu meiner *liebsten* Hausarbeiten.

Als mein Sohn auf die Welt kam, hab ich ihm einen kleinen, blauen Teddybär gestrickt. Er liebt ihn heiß und nimmt sein Kuscheltier überall hin mit. Vielleicht kennen Sie auch ein Kind, das sich über so einen kleinen Spielgefährten freuen würde. Sie bringen mir einfach die passende Wolle in einer schönen Farbe und ich kann dem Teddybär Leben einhauchen. Jetzt im Winter stricke ich auch gerne Socken, so die richtig kuschelig warmen Socken, gerade richtig für die kalte Jahreszeit. Für Kinder mache ich gerne Anti-Rutsch-Socken. Sie bringen mir die Wolle und die Maße und ein paar Tage später kriegen Sie die fertigen Socken von mir!

Nun möchte ich meine Vorstellung abschließen und würde mich über zahlreiche Anfragen von Euch freuen.

Alles Liebe, Eure Martina
(Mitglieds-Nr.: 410, Tel: 0650 531 33 51, E-Mail: martina@schleinzer.us)


Ich möchte mich recht herzlich bei allen bedanken, die mir ihre Zeit und das Interesse mir etwas über sich und den Tauschkreis zu erzählen entgegengebracht haben. Entschuldigen möchte ich mich bei den Menschen, die mir ihr Interesse an einem Interview mitgeteilt haben und bei denen ich mich dann nicht mehr gemeldet habe. Dies geschah nicht aus persönlichen Gründen, sondern weil sich, während ich Interviews führte erst oft der nächste konkrete Schritt herauskristallisierte.

Sehr berührt haben mich die Begegnungen mit euch TauscherInnen und Tauschern, die von einem gegenseitigen Wohlwollen getragen waren.

Da mich das Fertigstellen dieser Arbeit neben meiner Familie sehr gefordert hat, habe ich mich aus den Tauschaktionen zurückgezogen und kehre jetzt wieder zurück.

Die genaue Fragestellung meiner Masterarbeit war: „ Wie wirken sich sozioökonomische Unterschiede in einem Tauschkreis aus. Am Beispiel des `Talentetausch Kärnten`.“
In Normalsprache übersetzt heißt das : Wie wirken sich unterschiedliche Einkommens und Vermögenssituationen, unterschiedliche Lebenssituationen (z.B. alleinerziehend und/oder familiär sehr eingebunden und/oder in Pension, oder arbeitslos, oder sehr beschäftigt, oder körperlich beeinträchtigt und/oder ...) unterschiedliche Biografien unterschiedliche Bildungsgrade (einfacher Arbeiter, ... Akademiker ...) auf den Zugang und die Nutzung des Talentetauschkreises aus.

Interessant war für mich dabei besonders, ob sich Ungleichverteilungen von Ressourcen in einem Tauschkreis anders auswirken als sich diese im herkömmlichen Wirtschafts- und Gesellschaftsleben auswirken.

Um das herauszufinden beschäftigte ich mich theoretisch mit den Themen Ressourcenausstattung: bezog mich dabei auf die „Theorie des Sozialen Raums“ des französischen Soziologen Bourdieu Engagement: wobei ich die Voraussetzungen, die Motivation und die Formen von Engagement unterschied.
Ökonomische Handlungsorientierungen: wo ich mich auf die Mikroökonomin Biesecker beziehe, die zwischen erfolgsorientiertem, verständigungsorientiertem und sorgeorientiertem Handeln unterscheidet.

Praktisch führte ich mit 9 sehr unterschiedlichen Mitgliedern des `Talentetausch Kärnten` Interviews durch, wo ich mir im Vorfeld Fragen überlegte die für die Fragestellung meiner Arbeit wichtig waren.
Alle Interviews fanden in einer recht entspannten Atmosphäre statt.
Nachdem ich alle Interviews abgetippt (transkripiert) hatte, machte ich mich mit der Methode der qualitativen Inhaltsanalyse auf die Suche nach Übereinstimmungen und sich herauskristallisierenden Themen quer über alle Interviews.

Ich bin gerne bereit im Rahmen von Regionalgruppen mehr über das zu erzählen, was sich aus den Interviews herauskristallisiert hat.

Eveline Kriechbaum
Kontakt: eveline.kriechbaum@gmx.at


Tun Sie einem anderen Menschen – möglichst jemandem, der das nicht erwartet – etwas Gutes: einen Anruf, Blumen, ein Buch, eine CD, einen Besuch machen, einen Einkauf für sie oder ihn erledigen, ihn oder sie zum Essen oder zum Kaffee einladen, oder lassen Sie sich sonst etwas Nettes für die Person einfallen. Je fantasievoller, um so besser. Stellen Sie dem Beschenkten aber eine Bedingung: Er darf sich nicht bei Ihnen revanchieren, sondern soll das bei einem anderen Menschen tun. Und dort geht es unter derselben Bedingung weiter.


„Money makes the world go round”

Geld regiert die Welt! – Doch wer regiert das Geld?
Alles in der Welt dreht sich rund ums Geld. Wir gehen “Geld verdienen” und nicht etwa
“Urlaub verdienen” oder “Essen verdienen”. Viel Geld besitzen ist der Traum der meisten
Menschen, ermöglicht es doch, ein Leben mit all seinen Annehmlichkeiten zu führen.
Geld ist Symbol für Wohlstand, Luxus, Freiheit, Sicherheit, Macht,... Geld wird
heute einem Götzen gleich verehrt, dient als Gottesbild oder Religionsersatz und mutierte
gar zu einer Droge – der „Gier nach mehr“.
Doch obwohl Geld unser aller Leben weitgehend bestimmt und wir es täglich mehrfach
für unterschiedlichste Transaktionen verwenden, wissen wir oft viel zu wenig Bescheid
darüber. Geld ist nach wie vor ein großes Tabuthema. Es ist nicht nur eine der genialsten
Erfindungen der Menschheit, sondern gleichzeitig Ursache unserer größten Probleme.
99% der Menschen sehen das „Geldproblem“ aber nicht. Die Politik
sieht es nicht, die Wissenschaft sieht es nicht, die Ökonomie sieht es
nicht, es wird sogar als „nicht existent“ erklärt. Solange wir aber unser
Geldsystem nicht als ursächliches Problem für Kriege und Umweltzerstörung
erkennen, ist eine sozialökologische Wende nicht möglich.

Neues Geld - Geld ist gestaltbar
Geld ist die Grundlage unserer hoch arbeitsteiligen Gesellschaft und
hat diese erst ermöglicht. Anders als oft behauptet, ist es aber nicht
einfach nur ein Schmiermittel der Wirtschaft – es ist auch weit mehr
als Banknoten, Münzen oder die Ziffern auf dem Kontoauszug. Geld
gestaltet Gesellschaft. „Wirtschaften“ erfolgt nach „Spielregeln“, die
von Menschen geschaffen wurden und von denselben auch wieder
geändert werden können, so sich die einmal gewählten Regeln als
nicht dienlich erwiesen haben.
Geld entspricht in der Analogie zum menschlichen Körper dem Blut
der Ökonomie, das idealerweise störungsfrei im Kreislauf zirkuliert
und die Wirtschaft im erforderlichen Ausmaß mit dem notwendigen
Tauschmedium versorgt. Der Mensch verfügt aber nicht nur über eine
Blutbahn, sondern auch über ein Lymphsystem mit weißen Blutkörperchen,
die dafür sorgen, dass die Immunabwehr funktioniert
und der Organismus gesund bleibt. So können komplementäre, ergänzende
Zahlungssysteme dazu beitragen, einen gesellschaftlichen
Organismus gesund zu halten. Regional gültige Zahlungsmittel können
in einer entgrenzten, globalisierten Welt die Zellmembran bilden,
die erst ein Überleben der kleinen Einheit ermöglicht. Jeder Gärtner
weiß, dass es im Gewächshaus besser gedeiht als auf freiem Feld – ergänzende Zahlungsmittel
können Regionalwirtschaft stärken und schützen so vor dem rauen Wind
der neoliberalen Globalisierung.
Es stellt sich dabei eine Reihe von Fragen, so z.B.: Was ist Geld denn eigentlich? Wofür
brauchen wir Geld überhaupt, und was sind die jeweiligen Funktionen des Geldes?
Wie entsteht Geld, und was bewirkt es? Was macht es mit uns Menschen eigentlich?

Die Demokratisierung der Finanzwirtschaft
Sobald sich eine kritische Masse in der Bevölkerung über die grundlegende Wirkung und
Bedeutung des Geldsystems bewusst geworden ist und auch die Möglichkeiten zur Veränderung
desselben erkannt hat, werden auch die Gesetze diesen Erkenntnissen folgen
und ein noch besseres, dem Menschen und der Natur dienliches Geldsystem ermöglichen.
Historische Beispiele und eine Vielfalt von bestehenden und teils recht unterschiedlichen
Zahlungssystemen beweisen, dass dies heute schon möglich ist.
Um eine Veränderung zum Wohle der gesamten Menschheit und unseres Planeten zu
erwirken, braucht es informierte Menschen, die für ihre Rechte eintreten. Dazu soll das
Projekt neuesGELD.com beitragen.

Das Team, das das Projekt neuesGELD.com umsetzt:
Plakat-Grafik: Alex Mey, Texte: Veronika Spielbichler, Georg Pleger, Jutta Seethaler,
Michael Graf, Rudo Grandits.




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