Talentetausch Kärnten

Erstes Regionalgruppentreffen Mittelkärnten des Talentetauschkreises Kärnten am 30. November 2005

Michaela Steinbach, Gerhard Reibling und ute clemens-hietsch haben die Tauschtreffen in St.Georgen wiederaufflammen lassen: Wir wollen uns besser kennenlernen, erproben, wie wir miteinander arbeiten, und erforschen, wie wir unserer Sehnsucht nach einer friedlichen und gerechten Kultur am besten dienen.

Der offizielle Beginn war für 19 Uhr angesetzt. Michaela, Falk Schulze, ute langten um 18 Uhr ein, um zu erkunden, ob vielleicht mit dem mitgebrachten Holz der Kamin zum Leben erweckt werden kann.
Er konnte.  Und wie.  Hat uns inspiriert während des ganzen Abends. Anfangs sind wir zu dritt vor dem Feuer gesessen, und haben erzählt, und es war so schön, daß der Satz fiel: "gell, du hoffst, daß niemand kommt." Ja, vor offenem Feuer miteinander zu spinnen hat eine ganz besondere Qualität.  Sollte öfter passsieren dürfen.

Gegen 19 Uhr kamen Gerhard, Ida Kogelnik, Evelyn Hlavka, Alois und Gertraud  Waldenberger, Bertram Stefan. Wir vergrößerten den Kreis ums Feuer, schlürften Cafe, Tee, Bier vom angrenzenden Stiftscafe, und gingen ins Erkunden unserer Wünsche, Bedürfnisse und Träume.  Gerhard erklärte sich zuständig für das Protokollieren der Erkundungen, ute bot an, über den Gesamtablauf zu informieren.  Rückblickend fällt mir auf, daß wir damit nicht bis zu Falk und Michaela und Gerhard gelangten - oder war ich da gerade zu beschäftigt mit dem Verfolgen des Flammenspiels? Aber Tragik ist das keine: nächster Treffpunkt am Samstag in der Kaufmanngasse in Klagenfurt, von 9-12,  beim Tausch und Plausch des Klagenfurter Tauschkreises; und übernächstes am 20.Dezember beim Stammtisch Klagenfurt des Kärntner Tauschkreises.  Und außerdem gehören die Genannten zum Kreis der TTK Mitglieder, die aufgrund von Freundschaften  miteinander im Dauerkontakt sind. Ich denke, Gerhard hat bewußt mit den noch Mitgliedern begonnen, die früher weg mußten, und die Flammen im Kamin lodern auf vor Freude ob solcher Fürsorge.

Symbolische Holzscheite praktischer Art für unsere zukünftigen Treffen:

1. Vor den Treffen Kontakt aufnehmen zu Mitgliedern, die man sehen möchte, von denen man ein Talent in Anspruch nehmen möchte.
2. Angebot Waldenbergers, Arbeitsprojekttage, -wochen auf ihrem Biohof in Hochfeistritz anzubieten. Gedacht ist daß Alois z.B.eine Wiese pflügt/zur Verfügung stellt,  zweijähriger Rinder- und Pferdekompost ist vorhanden. Talentierte  bearbeiten den Boden für Gemüsebau im Sinne der Permakultur.  Und: daß unter Anleitung von Alois und Falk Holz gemacht wird. Und: Daß unter Anleitung von Gertraud und Michaela gekocht wird. (Das ist jetzt mein nachträglicher Gedankenfunke, aber ich halte mich an die Aussage meines Permakulturlehrers Graham Bell aus dem englischen Bordercountry: "Wenn du siehst, daß etwas getan werden sollte, dann gib dir die Erlaubnis, es zu tun."  Ja, wie denn sonst sollen all die HolzfällerInnen und GemüsebäuerInnen bei Kräften gehalten werden?  Schön wäre natürlich auch, daß die HolzfällerInnen und GemüsebäuerInnen vor Arbeitsbeginn gemeinsam das Essen vorbereiten. )
3. Der akzeptableste Weg der Bezahlung scheint dzt. Gerhards Büchlein zu sein, daß dann in Kopie an den Kärnter Tauschkreis zur Kontoführung geht. Gerhard, bitte schule eine Vertretung ein, damit Du auch einmal verreisen darfst, wenn wir uns treffen. Ich hatte die Zeitgutscheine des Kagenfurter TKs mitgebracht, und habe damit ungewollt eine Explosion von Alois provoziert:  Die Klagenfurter sind ja bloß lauter Nummern; was ist denn das für eine vorsintflutliche Geheimniskrämerei? Ich finde die Tauschscheine des Klagenfurter TTKs gut.  Für mich fördern die Scheine den spielerischsten und einfachsten Zahlungsverlauf.  Das ist wohl eine Frage des KennenLernens der dahinter stehenden Personen und ihrer Qualitäten. 
4. Eine aktualisierte Liste aller Übernachtungsangebote wäre ein Gewinn für alle Regionalgruppentreffen.  Ida z.B. möchte in Wien ihre überschüssigen Talente loswerden. Gerhard wird ihr Adressen besorgen, morgen schon. Ute wird die überregionale Liste erstellen,  sobald wie möglich.
5. Wir ersuchen webmaster Roland, diesen  Bericht  ins internet zu stellen.
6. Zeitung und internet sind für uns gleich wichtig. Das Talenteangebot der Waldenbergers  sollte in die Zeitung, gelangte bloß bis ins internet.  Was ist da schiefgelaufen? Die Zeitung selbst ist diesmal sehr informativ und übersichtlich.

Auch das schönste Kaminfeuer muß einmal zu Ende gehen. Es war genug Vertrauen da,  alle Fragen zu stellen, und wir hatten Zeit, ihnen nachzugehen.    Advent.

Knirschende Schneenacht. Gerhard wandert  zu Fuß nach St.Veit, die anderen verrollen sich in Fahrgemeinschaften.  Danke, Stift St.Georgen für die Gastfreundschaft. Ich freue mich auf unser nächstes Treffen am 28. Dezember um 19 Uhr. Stift St.Georgen hat leider geschlossen. Alternative der Demeter Dörflerhof in Arndorf bei Maria Saal? Bitte bei Gerhard Reibling nachfragen.


PS: Ja, und was hat denn das gebracht, daß du von 14 Uhr bis 24 Uhr nichts anderes im Kopf hattest als Talentetausch, und jetzt wiederum 3 Stunden am laptop sitzt?  Bedenk mal, das sind 13 Stunden. Hast du nichts Besseres zu tun?

Nein, mir ist das alles sehr viel wert. 

* Treffen von Freundinnen und Freunden und Bekannten in selbstgestalteter ruhiger Atmosphäre
* Mitwirken am Entstehen einer Gruppe in Nachbarschaft
* Freude am Unterstützen von Vielfalt
* Weitergeben von mir zu klein gewordenen Kleidungsstücken - Lieblingsmütze ging an Gerhard im Tausch gegen ein Demeter Vollwertbrot vom Blasehof/Dörflers
- Lieblingsskihose ging an
      Waldenbergers. Mal sehen, ob es einem der Kinder paßt. 
* Bio-Lammfleisch, -Äpfel, -Milch erstanden, von einer Qualität, der ich beim Entstehen zusehen konnte; die Lebensmittel gewinnen ihre ganz persönliche Geschichte.

Diese 13 Stunden waren gut eingesetzt.
Noch viele andere werden folgen.
ute clemens-hietsch

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