In der Literatur australischer Aborigines habe ich einen Gedanken gefunden, der mir sehr gut gefiel. Sinngemäß lautete dieser: Es gibt eine Zeit, in einer Gruppe vorne mitzugehen. Dann kommt die Zeit, als letzter zu gehen.
Und es gibt die Zeit, in der Mitte zu wandern. Wichtig ist nur, die Position immer wieder zu verändern, wenn die Zeit reif ist. Für mich persönlich ist nach fünf Jahren intensiver Vorstands- und Teammitarbeit im Talentetauschkreis der Zeitpunkt gekommen, meinen Platz irgendwo am hinteren Ende des Weges einzunehmen. Meine Kinder und der Beruf fordern meine ganze Kraft, die Marktzeitung braucht ohnehin viel talentierte Aufmerksamkeit.
Mein Platz als stellvertretende Obfrau steht also zur Verfügung. Ich bin sicher, ich finde eine(n) gute(n) Nachfolgerin.
Was mir im Moment sehr am Herzen liegt, ist die Idee, Wohn- und Arbeitsprojekte ins Leben zu rufen und irgendwann selber in einem solchen Projekt meinen Platz zu finden. Für mich persönlich sind Projekte überall möglich – am Land, am Stadtrand, in der Stadt. Menschen leben in unterschiedlichsten Lebenssituationen, haben sehr individuelle Bedürfnisse.
Vielen gemeinsam ist dieser Wunsch nach gelebter Gemeinschaft. Die Kriterien sind so unterschiedlich wie die Individuen. Ich stelle mir vor, dass wir alle diese Suchenden zu einer größeren Veranstaltung zusammenbringen. Ein unabhängiger Moderator hilft dabei mit, dass sich Arbeitskreise bilden, um kleinste gemeinsame Nenner bezüglich Projektzielen zu finden. Ich glaube an die Möglichkeit, dass sich bei einem solchen Prozess Gruppen bilden, die miteinander eigenverantwortlich weiterarbeiten. Konzepte werden entwickelt, Grundstücke gesucht, unterschiedlichste Finanzierungsvarianten durchdacht.
Ich kenne mittlerweile auch Projektbewohner persönlich, einen entsprechenden Vortrag mit Bildern und Diskussion würde ich gerne organisieren. Anläufe hab ich schon viele gestartet – allein sehe ich mich über die Organisation einer Veranstaltung in der geplanten Größenordnung nicht drüber. Wer kann sich vorstellen, mich zu unterstützen, dass Gleichgesinnte sich noch heuer treffen und endlich zu arbeiten beginnen können?
Lisa Walcher
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