Talentetausch Kärnten
Eigener Garten Ein Plädoyer für Nah- und Selbstversorger und Kleingärtner
von Elisabeth Voglgruber

Kürzlich habe ich in den Zeitschriften DIE FURCHE und NACHRICHTEN AUS LONGO MAI Informationen gefunden, die mir zu denken gaben. "Von den sechs Milliarden Menschen, die derzeit auf der Welt leben, haben 800 Millionen chronisch Hunger..." las ich da. Obwohl sich die Nahrungsmittelerzeugung in den vergangenen 40 Jahren mehr als verdoppelt hat und damit schneller als die Weltbevölkerung gewachsen ist.Neben den Problemen wie fehlender Umverteilung, Bürgerkrieg, Dürre etc. kommt es auch zu einer dramatischen Verknappung der natürlichen Ressourcen Boden und Wasser. In Deutschland werden z.B. 17,3 Millionen Hektar landwirtschaftlich (= Forst- und Landwirtschaft) genutzt. Diese Fläche etwa geht jährlich durch Überbauung, Erosion beziehungsweise Fremd- und Fehlnutzung verloren. "Bei wachsender Weltbevölkerung geht also die verfügbare Fläche je Einwohner rasant zurück. 1950 standen im Schnitt weltweit noch 5100 m²Ackerland zur Verfügung. Im Jahr 2000 waren es lediglich 2700m². Und im Jahr 2020 werden es voraussichtlich nur noch 1800 m² sein" (Zitat Gerhard Poschacher, Die Furche vom 6.2.2003).

Drei Menschen von Longo mai sind im Herbst vergangenen Jahres zu einem Landwirtschaftsprojekt nach Polen gefahren. "Zuvor hatten wir in einem Seminar der Friedrich-Ebert-Stiftung in Berlin von einem hohen Funktionär der EU-Landwirtschaftskommission erfahren, dass all die kleinen Bauern in Polen, die eigentlich nur für ihre eigene Versorgung (und die ihrer Region) produzieren, nichts als Ballast für die Wirtschaft sind und nach modernen Kriterien Schwarzarbeit betreiben (da sie keine Mehrwertsteuer für ihre Produkte an den Staat leisten)... Eine halbe Million Betriebe müsste gleich verschwinden, meinte der Technokrat, und von den 18% der Bevölkerung, die noch in der Landwirtschaft arbeiten, müsste man 13% abbauen." (Zitat Silvia von Hof Ulenkrug, Nachrichten aus Longo mai, Feb. 2003)

Der Abbauprozess ist bereits voll im Gange. In den Regalen der Supermärkte findet mann/frau laut Artikelschreiberin "fast ausschließlich von der EU subventionierte ausländische Agrarprodukte." (Zitat Silvia von Hof Ulenkrug, Nachrichten aus Longo mai, Feb. 2003)

Liebe TalentetauscherInnen - lassen wir uns das Heft oder treffender die Schaufel nicht aus der Hand nehmen! Geben wir unsere eigene kleine oder größere Nahrungsmittelproduktion nicht auf, auch wenn es oft mühsam ist und viel einfacher wäre, sich im nächsten Supermarkt zu bedienen!
Beziehen wir möglichst viele Produkte aus lokaler Landwirtschaft und vom Talentetauschangebot!
Kaufen wir Fair trade Produkte!
Gehen wir wirklich achtsam mit den Ressourcen Boden und Wasser um, damit auch unsere Nachkommen noch eine lebenswerte Welt vorfinden!
Vergessen wir unsere Solidarität mit den Hungernden dieser Welt nicht! Es gibt viele Organisationen, die unterstützenswert sind und gute Arbeit vor Ort leisten.


Ich wünsche euch einen fröhlichen Gartensommer
Elisabeth Voglgruber

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